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Handwerkerleistungen außerhalb des eigenen Haushalts absetzbar

Arbeiter am BauSteuerpflichtige können jährlich 20% der Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen bis zu einem Höchstbetrag von 1.200 € direkt von der festgesetzten Steuer in Abzug bringen (§ 35a Abs. 3 Einkommensteuergesetz).

Das Finanzamt erkennt hier allerdings nur den reinen Arbeitslohn inkl. der in Rechnung gestellten Fahrt- und Maschinenkosten an. Die Aufwendungen für das Material sind hingegen nicht begünstigt.

Voraussetzung für den Abzug ist weiterhin, dass die Arbeiten „im Haushalt“ des Kunden ausgeführt werden. Das Finanzamt legt diese gesetzliche Formulierung sehr eng aus und erkennt daher bisher nur solche Arbeiten an, die direkt vor Ort durchgeführt werden.

Das Finanzgericht Sachsen-Anhalt hat mit Urteil vom 26. Februar 2018 (Az. 1 K 1200/17) entgegen dieser engen Auslegung der Finanzverwaltung entschieden und auch die Lohnkosten für die Anfertigung, Verzinkung, Lieferung und Montage einer Tür insofern als begünstigt angesehen, als diese in der Werkstatt des Handwerkers angefallen sind. Das Finanzamt berücksichtigte hingegen lediglich die Lohnkosten für den Aus- und Einbau vor Ort in der Wohnung. 

Nach Ansicht des Finanzgerichts reicht es aus, wenn der Leistungserfolg in der Wohnung des Steuerpflichtigen eintritt. Dann ist die Leistung im räumlichen Bereich des Haushalts erbracht. Es ist insoweit unschädlich, wenn es sich um einen Gegenstand handelt, der nur für Zwecke der Reparatur aus dem Haushalt entfernt und nach Abschluss der Arbeiten wieder dahin gebracht wird.

Bisher liegen zu dieser Rechtsfrage sehr unterschiedliche Auffassungen verschiedener Finanzgerichte vor, daher ist es sehr zu begrüßen, dass gegen das Urteil Revision beim Bundesfinanzhof erhoben wurde (Az. VI R 7/18) und das höchste deutsche Steuergericht die Frage nunmehr abschließend klären kann. Beim Bundesfinanzhof ist hierzu auch noch ein zweites Revisionsverfahren anhängig (Az. VI R 4/18), in dem es um einen ganz ähnlichen Fall geht. In der Zwischenzeit sollte in vergleichbaren Fällen Einspruch eingelegt und Ruhen des Verfahrens beantragt werden. 

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