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Auch der Verlust wertloser Aktien kann berücksichtigt werden

Richter-Hammer als SymbolbildGewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren stellen seit Einführung der Abgeltungsteuer zum 1. Januar 2009 Einkünfte aus Kapitalvermögen dar, die mit 25% besteuert werden.

Fraglich ist, inwieweit auch Verluste berücksichtigt werden können, wenn die Kapitalanlage insgesamt ausfällt. Das Finanzamt berücksichtigt hier Verluste in der Regel nur dann, wenn die Wertpapiere tatsächlich auch veräußert werden.

Der Bundesfinanzhof hatte nun über einen Fall zu entscheiden, bei dem der Anleger 2011 und 2012 Aktien einer inländischen Gesellschaft für rd. 36.000 € erworben hatte. Im Streitjahr 2012 wurde über das Vermögen der Aktiengesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet. In einem vom Insolvenzgericht genehmigten Insolvenzplan wurde anschließend das Grundkapital der Gesellschaft auf 0 € herabgesetzt. Die wertlos gewordenen Aktien wurden dementsprechend ersatzlos aus dem Depot ausgebucht.

Der Bundesfinanzhof stellte in seinem Urteil vom 3. Dezember 2019 (Az. VIII R 34/16) zwar fest, dass der Untergang der Aktien keine Veräußerung darstelle und der Vorgang auch sonst nicht vom Steuergesetz erfasst werde. Das Gesetz weise aber insoweit eine planwidrige Regelungslücke auf, die im Wege der Analogie zu schließen sei. Folglich ordnete das Gericht an, dass das Finanzamt den Verlust als negative Einkünfte aus Kapitalvermögen zu berücksichtigen habe. 

Zu beachten ist allerdings noch, dass eine Verrechnung derartiger Verluste nur wieder mit Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien erfolgen kann, die in dem betroffenen Jahr oder auch in späteren Jahren erzielt werden.

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