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Privater Ticketverkauf löst Steuerpflicht aus

Steuererklärung VordruckWerden erworbene Wirtschaftsgüter innerhalb eines Jahres wieder mit Gewinn veräußert, ist dieser grundsätzlich als sogenanntes „privates Veräußerungsgeschäft“ zu versteuern (§ 23 Einkommensteuergesetz). Angesetzt wird ein Gewinn allerdings erst dann, wenn dieser im Jahr mehr als 600 € beträgt (Freigrenze).

Diese Regelung ist einem Familienvater teuer zu stehen gekommen. Er hatte geplant, sich gemeinsam mit seinem Sohn das Champions-League-Finale 2015 in Berlin anzusehen. Hierzu hatte er für das Spiel Karten für 330 € gekauft. Nachdem feststand, dass das Finale ohne deutsche Beteiligung stattfinden würde, verkaufte er die Karten über eine Ticketplattform für rund 2.900 € und erzielte somit einen Gewinn von knapp 2.600 €.

Die Freude über den satten Gewinn trübte sich allerdings etwas ein, als sich der Fiskus hieran beteiligen wollte. Das Finanzamt sah in dem Verkauf nämlich ein privates Veräußerungsgeschäft. Nachdem das Finanzgericht Baden-Württemberg zunächst hier keinen Besteuerungstatbestand angenommen hatte (Urteil vom 2. März 2018, Az. 5 K 2508/17), ist der Bundesfinanzhof der Auffassung des Finanzgerichts nicht gefolgt. Die Richter sahen – wie bereits zuvor das Finanzamt – im Verkauf der beiden Tickets ein privates Veräußerungsgeschäft und damit steuerlich zu erfassende sonstige Einkünfte (Urteil vom 29. Oktober 2019, Az. IX R 10/18). Nach der gesetzlichen Regelung gehören hierzu nämlich u.a. Veräußerungen von sogenannten "anderen Wirtschaftsgütern" des Privatvermögens, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Von der Besteuerung ausgenommen sind lediglich „Gegenständen des täglichen Gebrauchs“, wobei dies hier unstreitig nicht gegeben ist. "Andere Wirtschaftsgüter" in diesem Sinne sind sämtliche vermögenswerte Vorteile, deren Erlangung sich der Steuerpflichtige etwas kosten lässt und die einer selbständigen Bewertung zugänglich sind. Hierzu zählen damit auch UEFA Champions League-Tickets, mit denen der Karteninhaber das Recht auf Zutritt zum Fußballstadion und Besuch des Fußballspiels erwirbt. 

Dem Grunde nach gilt das Urteil natürlich auch für andere Karten (z. B. Musikkonzerte etc.), wobei der Gewinn häufig unter der Freigrenze von 600 € liegen dürfte.  

Zu beachten ist noch, dass es in dem Fall um den einmaligen Weiterverkauf von hochwertigen Eintrittskarten ging. Wer regelmäßig oder gewerblich mit Karten handelt, musste die Gewinne ohnehin schon bisher besteuern.

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