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Steuerliche Behandlung von Bitcoins

Bitcoin SymbolmünzeIn jüngster Zeit war immer wieder die Rede von Bitcoins und deren rasanter Kursentwicklung. Bei Bitcoins handelt es sich um eine sogenannte Kryptowährung, d.h. um eine unregulierte und von staatlichen Institutionen und Kreditinstituten unabhängige „Ersatzwährung“, die starken Kursschwankungen unterliegt. Der Kurs richtet sich allein nach Angebot und Nachfrage, daher stellen Bitcoins auch Spekulationsobjekte dar und bei einem Kurssturz drohen hohe finanzielle Verluste. Die virtuelle Währung Bitcoin unterliegt nicht der Aufsicht der BaFin und ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, denn es fehlt an einer Annahmepflicht. Bitcoins werden permanent neu generiert, bis maximal 21 Mio. Bitcoins vorhanden sind.

Aber wie verhält es sich hier eigentlich mit der Steuer? Diese Frage beschäftigte kürzlich sowohl das Finanzgericht Baden-Württemberg (Urteil vom 11. Juni, Az. 5 K 1996/19) als auch das Finanzgericht Köln (Urteil vom 25.11.2021, Az. 14 K 1178/20).

Nach den übereinstimmenden Entscheidungen handelt es sich bei Bitcoins um Wirtschaftsgüter und somit führt der Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung zu sonstigen Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften, sofern Erwerb und Veräußerung der Bitcoins innerhalb eines Jahres stattfinden. Auch soweit erworbene Bitcoins als Zahlungsmittel eingesetzt werden, gilt dies als Veräußerung und führt ebenfalls zu sonstigen Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften. Als Veräußerungspreis ist hierbei der Wert der im Gegenzug erhaltenen Ware oder Dienstleistung anzusehen. Entsteht ein Verlust, kann dieser nur mit späteren positiven Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften (z.B. der Verkauf eines Grundstücks innerhalb von 10 Jahren) verrechnet werden. Ein Ausgleich mit anderen Einkünften ist nicht zulässig. Der entsprechende Verlust wird hierzu ggf. am Ende des Jahres gesondert festgestellt und somit zur späteren Verrechnung vorgemerkt. 

Soweit Bitcoins länger als ein Jahr gehalten wurden, ist der erzielte Gewinn steuerfrei. Ein evtl. Verlust ist dann aber ebenfalls steuerlich nicht zu berücksichtigen.

Beide Gerichte sahen auch kein strukturelles Vollzugsdefizit, das eine Besteuerung ggf. unzulässig machen würde. Das letzte Wort wird aber wie so oft der Bundesfinanzhof haben, da gegen beide Urteile Revision erhoben wurde (Az. des BFH: IX R 27/21 und IX R 3/22).

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