Keyvisual Karriere
mit dem lhf nie den
anschluss verpassen.

Leiharbeiter mit unbefristetem Arbeitsverhältnis können erste Tätigkeitsstätte beim Entleiher haben 

Seit 2014 gilt ein geändertes steuerliches Reisekostenrecht. Hiernach können Fahrten zur sogenannten „ersten Tätigkeitsstätte“ nur noch in Höhe der Entfernungspauschale (täglich 0,30 € je Entfernungskilometer) steuerlich berücksichtigt werden. Das Einkommensteuergesetz nimmt dabei eine erste Tätigkeitsstätte an, wenn der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung dauerhaft zugeordnet wird. Da es sich bei der ortsfesten betrieblichen Einrichtung nicht um eine Einrichtung des Arbeitgebers handeln muss, nimmt das Finanzamt in vielen Fällen auch bei Leiharbeitnehmern eine erste Tätigkeitsstätte beim Entleiher an.

Der Bundesfinanzhof hatte sich in seinem Urteil vom 10. April 2019 (Az. VI R 6/17) mit dem Begriff der „ersten Tätigkeitsstätte“ auseinandergesetzt und hier eine grundsätzliche Entscheidung zu Leiharbeitern getroffen. Bei befristet beschäftigten Arbeitnehmern liegt hiernach in der Regel keine erste Tätigkeitsstätte vor und die Fahrtkosten können daher nach Reisekostensätzen (tatsächliche Aufwendungen, bei Nutzung eines Pkw ohne höheren Einzelnachweis 0,30 € pro km) geltend gemacht werden. Weiterhin ist dem Grunde nach auch ein Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen möglich, wobei dieser auf 3 Monate begrenzt ist.  

Anders sieht es allerdings bei einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis aus. Das Niedersächsische Finanzgericht hat hierzu mit Urteil vom 28. Mai 2020 (Az. 1 K 382/16) entschieden, dass Arbeitnehmer bei einer zeitlich unbegrenzten Überlassung an den Entleiher selbst dann nur die Entfernungspauschale geltend machen können, wenn das Zeitarbeitsunternehmen mit dem jeweiligen Entleiher eine Befristung der Tätigkeit vereinbart hat. Die Richter sind also der Auffassung, dass die Befristung des Vertragsverhältnisses zwischen dem Arbeitgeber und dem Entleiher keine unmittelbare Auswirkung auf die Beurteilung des Beschäftigungsverhältnisses hat.

Das letzte Wort wird hier aber der Bundesfinanzhof haben, da dort unter dem Aktenzeichen VI R 32/20 das Revisionsverfahren anhängig ist. Vergleichbare Fälle sollten daher bis zur Entscheidung des Bundesfinanzhofs offengehalten werden.

Beratersuche

Über 250 Berater bundesweit sind für Sie da.

Steuer Newsletter

Unser Newsletter bietet Ihnen regelmäßig zusätzliche wertvolle Tipps.

Steuer-ABC

Unser Steuer-ABC erklärt Ihnen die wichtigsten Begriffe und Sparmöglichkeiten rund um Ihre Steuererklärung.