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Wichtige Hinweise für Arbeitnehmer im Zusammenhang mit dem Coronavirus

  • Fristverlängerung für Steuererklärung 2018:

    Mehrere Finanzministerien haben für Steuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2018 eine Fristverlängerung bis zum 31.05.2020 gewährt, sofern der betroffene Steuerfall steuerlich beraten wird. D.h. als Mitglied eines Lohnsteuerhilfevereins oder als Mandant in einem Steuerbüro haben Sie noch bis zum 31.05.20 Zeit, Ihre Steuererklärung für 2018 einzureichen. Abhängig vom Bundesland muss die Fristvelängerung ggfs. beantragt und begründet werden.
    Eine Übersicht über die Regelungen in den unterschiedlichen Bundesländern finden Sie im folgenden Rundschreiben des BVL.
    Rundschreiben zu Fristverlängerung in den einzelnen Bundesländern
    Eilige Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen sowie Stundungsanträge sind derweil ausschließlich mit Hilfe des vorhandenen Kontaktformulars über das ELSTER-Portal an das Finanzamt zu schicken. Weitergehende Unterlagen sollen nur auf ausdrückliche Aufforderung eingereicht werden, da auch in den Finanzämtern die personelle Situation angespannt ist.
    Für den Veranlagungszeitraum 2019 gelten wieder die allgemeinen gesetzlichen Regelungen.
     
  • Steuerberatung per Fernbetreuung:

    Zwar sind die einzelnen Beratungsstellen in unserem Verein angehalten, aktuell keine persönlichen (von Angesicht zu Angesicht) Beratungstermine zu vereinbaren, Sie haben jedoch jederzeit die Möglichkeit, Ihre Unterlagen postalisch oder per E-Mail bei Ihrem Berater/ Ihrer Beraterin abzugeben und weitergehende Fragen telefonisch oder per E-Mail zu klären. Einige unserer Beratungsstellen sind sogar auf diese Form der Betreuung spezialisiert und können Sie sogar per Videokonferenz (über einen Datenschutzkonform betriebenen Anbieter) beraten.
     
  • Häusliches Arbeitszimmer für Home-Office wegen Coronakrise:

    Viele Arbeitnehmer werden aktuell ins Home-Office geschickt, um die Covid-19 Pandemie einzudämmen. Der häusliche Arbeitsplatz ist jedoch nur dann steuerlich als häusliches Arbeitszimmer zu behandeln, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind:
    1. Es steht für die im Heimbüro erledigten Arbeiten kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung - der Arbeitgeber hat angeordnet, dass der Arbeitnehmer von zuhause aus arbeitet. Eine bloße Empfehlung zum Home-Office ist nicht ausreichend.
    2. Es steht zuhause ein echtes Arbeitszimmer zur Verfügung, d.h. ein separater Raum, der als Arbeitszimmer eingerichtet ist und nicht z.B. als Gästezimmer privat (mit-)genutzt wird (kein Sofa o.ä. im Raum, über 10% private Nutzung schadet der steuerlichen Absetzbarkeit).

    Sind diese Voraussetzungen gegeben, können Arbeitszimmerkosten als Werbungskosten bis zu einem Betrag von  max. 1.250 € pro Jahr geltend gemacht werden. Genaueres klärt gern Ihr/e Berater/in mit Ihnen.
     
  • Kurzarbeitergeld während der Coronakrise:

    Sobald mind. 10% der Beschäftigten eines Betriebes von Arbeitsausfall betroffen sind, kann ein Unternehmen in der aktuellen Situation Kurzarbeit beantragen. Auch Leiharbeitnehmer/innen können in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
    In diesem Fall springt die Arbeitsagentur für einen Teil des vom Arbeitgeber auf Grund der Kurzarbeit nicht bzw. weniger gezahlten Lohns ein. Bei Arbeitnehmern ohne Kind(er) zahlt sie 60%, bei Arbeitnehmern mit Kind(ern) 67% des entgangenen Nettolohns.
    Das Kurzarbeitergeld müssen Sie als Arbeitnehmer dabei nicht selbst beantragen, das ist Aufgabe Ihres Arbeitgebers. Wichtig: Kurzarbeitergeld ist zwar steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt (§ 32b Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a EStG). Das bedeutet, es erhöht den Steuersatz auf Ihre steuerpflichtigen Einkünfte, zum Beispiel Ihr Gehalt. Wenn Sie Kurzarbeitergeld erhalten, sind Sie daher verpflichtet, für das betreffende Jahr eine Steuererklärung abzugeben.
     
  • Beschäftigungsverbote:
    Aufgrund der Pandemie kann es auch zu Beschäftigungsverboten kommen. Während des Beschäftigungsverbots steht den betroffenen Arbeitnehmern Verdienstausfallentschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz zu. Diese Zahlung ist ebenfalls steuerfrei (§ 3 Nr. 25 EStG) und unterliegt auch dem Progressionsvorbehalt (§ 32b Abs. 1 Nr. 1 Buchst. e EStG). 
    Wie auch schon das Kurzarbeitergeld ist die Verdienstausfallentschädigung auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen. Sie sind dann ebenfalls verpflichtet, für das betreffende Jahr eine Einkommensteuererklärung abzugeben. 
     
  • Weitere Erleichterungen für Steuerpflichtige:
    Von der Pandemie betroffene Personen können bis zum 31.12.2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer stellen. Entsprechende Musteranträge sind auf den Internetseiten der Steuerverwaltung eingestellt. Bei der Nachprüfung der Voraussetzungen für Stundungen sind dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in der Regel verzichtet werden.
    Ebenfalls kann bis zum 31.12.2020 von Vollstreckungsmaßnahmen bei allen rückständigen oder bis zu diesem Zeitpunkt fällig werdenden Steuern abgesehen werden. Die bis zum 31.12.2020 anfallenden Säumniszuschläge werden erlassen. 
     
  • Erstattungen wegen abgesagter Veranstaltungen u.ä.:

    Nicht direkt ein Steuerthema, aber dennoch für viele Arbeitnehmer interessant: Wird eine Veranstaltung vom Veranstalter abgesagt, kommt dieser seiner Leistungspflicht nicht nach. Sie haben damit Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises sowie ggfs. Vorverkaufs- und Versandgebühren im Zusammenhang mit Ihrem Ticket. Richten Sie sich dazu an die Stelle, bei der Sie das Ticket erworben haben, oder direkt an den Veranstalter - am besten unter Vorlage Ihres Originaltickets.
    Wird die Veranstaltung lediglich verschoben, haben Sie in der Regel die Möglichkeit, Ihr Ticket zurück zu geben. Anderslautende Vereinbarungen in den AGB des Veranstalters sind nach Rechtsauffassung der Verbraucherzentrale Bremen unzulässig.
    Bei Dauerkarten oder Abos für z.B. Sport- oder Kulturveranstaltungen haben Sie Anspruch auf eine anteilige Erstattung des Ticketpreises, auch entgegen anderslautender AGB.
    Hotelzimmer und Fahrtkosten können nur bei Pauschalreisen auf einfachem Wege erstattet werden. Haben Sie Hotelzimmer und Ticket einzeln gebucht, bekommen Sie die Hotelkosten nur dann zurück, wenn die Veranstaltung durch ein Verschulden des Veranstalters abgesagt wird - was bei einer Absage auf Grund des Coronavirus unwahrscheinlich ist. In diesem Fall wären Sie auf die Kulanz des Hotels angewiesen. Die Deutsche Bahn ist bislang kulant, was die Erstattung von Bahntickets zu ausgefallenen Veranstaltungen anbelangt. Wurde eine Veranstaltung offiziell abgesagt, wird der Ticketpreis kostenfrei erstattet - nicht aber, wenn Sie eigenmächtig entscheiden, aus Selbstschutz auf eine stattfindende Veranstaltung zu verzichten.
     

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